
Bis Ostern 🐣 2019 ist es nicht mehr lange. Vier Kälbchen waren bereits da, die letzten drei waren Bullenkälber. Wir brauchen aber Mädchen! Was nicht ist, kann noch werden.
Eine Dienstreise stand an und wir wollten unseren Altbauer Helmut nicht ganz ohne Aufsicht lassen. Wer würde denn 1 x am Tag nach ihm schauen. Unsere Angie und ihre Mama Ulli boten sich an! Freiwillig 👍❤️!
Die Hintergründe über Angie erfahrt ihr hier:
8. Behinderungen, behindern Menschen ohne Behinderung!
Damals wussten wir nicht, wann überhaupt ein Kälbchen kam. Es gab keine Listen oder Aufzeichnungen darüber, welche Kuh 🐄 vom Bullen gedeckt war. Also irgendwie war das beim Altbauer wie ein Roulette Spiel! Manchmal ahnte er, dass eine Kuh bald abkalbte. Heute kennen wir natürlich die Anzeichen dafür. Aber damals 🥴….Städter eben 😂🤷♀️!
Aber letztendlich war das auch noch nicht unsere Aufgabe, wir hatten ja nur die Aufsicht übernommen, sodass alle Tiere gut versorgt werden. Zumindest war uns klar, auch während unserer Dienstreise ins wunderschöne Allgäu, könnte ein Kälbchen kommen und wir wollten sicher gehen, dass es gut versorgt wird und auch, dass Helmut eine warme Mahlzeit bekommt.
Mit der Gewissheit, dass hier am Hof alles gut versorgt ist, starten Dirk und ich auf ins Allgäu. Ziel ist die Zentrale von Reico in Oberostendorf. Dort haben wir schon viele wundervolle Stunden, tolle Begegnungen und unvergessliche Momente erlebt. Am Ort trafen wir unseren Konrad Reiber. Auch er wird für uns und die Landwirtschaft noch eine große Hilfe sein. Denn ursprünglich kommt er aus der Landwirtschaft. Er hatte für uns viele Tips bereit, vor allem im Gesundheitsbereich für die Tiere. Wenn der Tierarzt aufgegeben hatte, fragten wir ihn um Rat. Aber dazu kommen wir später Verlauf zurück.

Am Abend nach dem Meeting in der Reico Zentrale, führte uns Konrad an einen wundervollen Ort. Eine alte Klosterbrauerei. Hier wird Bier seit 800 Jahren traditionell hergestellt. Wir sind keine Biertrinker, aber dieses Urbräu begeisterte uns schon sehr. Konrad ist eben immer für eine Überraschung gut! Er zeigt uns oft Orte und Begebenheiten, die selten oder einzigartig sind. Wenn ihr also mal dort in der Nähe seid, dann empfehlen wir euch einen Besuch in diese Klosterbrauerei.
Was nicht fehlen durfte, war der Besuch in dieses wundervolle Kloster, der Brauerei. Da die Kulisse dazu einlud, hat uns Carina noch ein Lied geschenkt! Carina ist auch eine Reico Kollegin und sie hat damals auf unserer Trauung 💒 gesungen. Sie singt, weil es ihre Leidenschaft ist! Wir lieben es, wie sie singt und jedes Mal berührt es mein Herz! Carina hat vier Kinder, die alle ihren Bauer Dirk, über alles lieben. Ist ja auch klar, Dirk ist eben ein lustiger Mensch und macht immer Blödsinn! Diese vier Kinder sind aber auch herzig! Carina und die Kinder werden in späteren Geschichten noch öfter auftauchen. Wie gut, dass ich diesen wunderschönen Moment festgehalten habe und ich ihn heute mit euch teilen darf.
Danke Carina, mit deinem Gesang 🎤 schenkst du Menschen wunderschöne Momente ❤️!
Ich hoffe, ihr könnt das Video abspielen. Für mich ist das bloggen auch noch neu und ich lerne täglich neue Features kennen. Wenn wir jeden Tag eine neue Kleinigkeit dazu lernen, sind wir am Lebensende sehr reich 😀👍

Da denkt man im Allgäu an nichts Böses, als uns der Anruf 📞 von Angie erreichte! Planmäßig kam sie nachmittags zu Helmut und wollte die Tiere und Kälber mit versorgen.
Bei reinholen der Kühe 🐄, sah sie in weiter Ferne etwas auf der Weide liegen! „Helmut, da liegt wohl ein Kalb auf der Weide“ rief sie aufgeregt. Helmut schaute und meinte es wäre wohl nur eine Gans 🦆. Wie gut, dass Angie hartnäckig blieb! Mit dem Radlader fuhren sie auf die Weide! Und in der Tat, hatte „Blacky“ die Kuh ihr Kalb auf der Weide geboren und unter den Zaun weggedrückt! Artig ist sie einfach dann in den Stall gegangen und hat das Kälbchen draußen liegen gelassen. Da lag nun das nasse Kalb! Schnell legten sie es in die Radlader Schaufel und brachten das Kälbchen zu den anderen Kälbern!
Es gibt eben auch Kühe, die wollen ihr Kalb nicht. Glauben die meisten nicht, gibt es aber. Nun ging es darum, herauszufinden ob es ein Junge oder ein Mädel ist! Helmut erklärte den beiden Mädels, dass er davon keine Ahnung hat und sie doch bitte mal schauen, ob sie das irgendwie erkennen könnten. Dieser Schelm 🤣🤣🤣🤣! Was hat er sich einen Spaß daraus gemacht. Also inspizierten die beiden Stadtmädchen, erstmal beim den großen Bullen! Wie schaut der Bulle denn da untenrum aus 😂!
Was hat Helmut sich einen Spass daraus gemacht. Irgendwann stand es fest, es ist wieder ein Bullenkalb! Okay…vielleicht bekommen wir bei der nächsten Kalbung endlich ein Mädchen!

Helmut hatte große Freude, dass zwei hübsche Mädels ihn so liebevoll umsorgten. Als der Nachbar kam, war er sehr verdutzt und fragte, wo die beiden Frauen denn herkommen!
Unser Altbauer ist da ja immer sehr schlagfertig und sagte: „ich mache jetzt mit bei „Bauer sucht Frau“ und konnte mich nicht entscheiden, also habe ich beide Mädels zur Hofwoche eingeladen!“

Der Nachbar schüttelte den Kopf und verließ den Hof, ohne die Wahrheit zu erfahren. Noch heute würde ich gerne erfahren, was er in diesem Moment gedacht hat 😂! Helmut meinte, das Gesicht hättet ihr sehen müssen 😂😂😂!

Wir beeilten uns mit der Heimreise. Es war spät abends, als wir zurück waren. Es ließ uns jedoch keine Ruhe, ob wirklich alles okay bei Helmut am Hof war. Also beschlossen wir, noch vorbei zu fahren! Es war bestimmt 22:30 Uhr! Alles war dunkel ….ich stieg aus dem Wagen aus. Dann ging in der 1. Etage das Fenster auf und ich sah im Gewehrlauf und gleichzeitig ein „wer ist daaaa“ laut rufen!
Schnell riefen wir zurück : „Helmut nicht schiessen, wir sind es ….Dirk und Bärbel“! Erleichtert kam der Alte zur Tür 🚪 und freute sich über unseren späten Besuch und das wir wieder heil zurück gekehrt waren!
Er machte sich ja immer Sorgen, wenn einer unterwegs war. Am liebsten hat er es, wenn alle zusammen sind. In seinem Leben, hat er eben schon viele Menschen zum Grab getragen.
Herzliche Grüße
Bärbel vom Naturhof Wesel 🍀
Ps: Die Geschichten aus unserem Leben, schreibe ich gerne für Euch auf. Insbesondere aber gelten sie als Dank, an alle Paten, Unterstützer und Spender. Das sind die Menschen, die einen 300 Jahren alten Bauernhof mit uns gemeinsam erhalten möchten. Daher spreche ich an dieser Stelle unseren besonderen Dank ❤️ an diese Menschen aus!











