11. Küssen 💋 will gelernt sein !

Richie hilft

Erna kommt…oh je wie das draußen noch ausschaut 🥴! Gut, dass Anja und Richie noch einmal aus Norddeutschland zum helfen kamen. Da gab es noch soviel zu tun! Meine Mutter wird die Hände über den Kopf zusammen schlagen! Jetzt hieß es, dass alles für Ostern 2019 wieder auf Vordermann gebracht werden musste.

Wer Erna ist? Das erfahrt ihr hier: https://lebenmitbauernhof.family.blog/2022/10/24/erna-kommt/

Das Blockhaus auf dem Naturhof war bewohnt von Spinnen! Die hatten es sich dort gemütlich gemacht und häuslich eingerichtet! Außerdem waren die Spuren , der längst vergangenen Partys noch aufzufinden.

2016- Bärbel das erste Mal mit einem Kälbchen im Arm ❤️

Marlies hatte damals, ich glaube es war 2016 , ihren Geburtstag im Blockhaus gefeiert! Helmut sagte damals, dass er gerade ein Kalb hat, welches nur hinter ihm herlaufen will und immer ausbricht sobald es ihn sieht! Das war wieder einer dieser Momente, die ich nicht vergessen werde. Es war das erste Mal, dass ich einem Kälbchen so nah sein konnte. Es war wirklich sehr zutraulich und auch das Kälbchen hat es sichtlich genossen, gestreichelt und gekuschelt zu werden.

Ich habe zuvor und auch als Kind oft Ferien auf dem Bauernhof verbracht. Mehr als einmal habe ich Kälbchen gestreichelt oder junge Ferkel schreiend auf dem Arm gehabt!

Das sind immer wieder tolle Erinnerungen. Umso mehr freue ich mich darüber, dass wir diese Momente heute anderen Menschen schenken dürfen. Egal ob jung oder alt, mit oder ohne Handicap! Jeder ist begeistert, mit einer Kuh mal auf DU und DU zu sein.

Inzwischen werden Kuhkuschel-Seminare angeboten. Unsere Kuhpaten/-innen dürfen das regelmäßig bei uns erleben. Sollten wir vielleicht auch regelmäßig solche Kuhkuschel Seminare anbieten? Vielleicht machen wir es demnächst!

Die meisten Menschen die uns am Naturhof Wesel besuchen, haben bisher Kühe auf der Weide gesehen, aber selten oder noch nie Kühe gestreichelt oder selten so intensiv gekuschelt! Wie fühlt sich denn eine Kuh so an oder gar die Zunge!

Dirk erklärt dieses und vieles mehr immer so schön und besonders lachen muss ich immer, wenn er den jungen Herren oder Damen zeigt, wo und wie sie das Küssen erlernen können. Denn gutes Küssen, so sagt er ist wichtig für eine gute Partnerschaft !

So müssen sich die jungen Kussanwärter und Anwärterinnen mit dem Gesicht, vor die Kuh stellen, die Arme auf dem Rücken verschränken und sich leicht vorbeugen. Unsere Kühe kennen das bereits und zack gibt es einen feuchten Zungenkuss quer durch das Gesicht 🤣! Ich kann euch sagen, es ist jedesmal ein lustiges gequietschte. Immer wenn ich das höre, muss ich herzhaft lachen und ich weiss, dass mal wieder einer das Küssen 💋💋 erlernt hat!

Mit Hilfe meiner Schwester Anja, schafften wir es, auch die Hüte wieder zu einem gemütlichen Raum zu verwandeln. Während die Männer draußen den Dschungel beseitigten.

Dann entdeckten wir etwas an der Wand! Kaum einer bemerkt dieses seltene Teil, wenn er den Raum besucht. Meist muss ich die Menschen darauf hinweisen. Sie gucken uns immer fragend an und haben keine Erklärung, was das sein könnte!

Ein Löffelbrett aus dem Jahre 1816 der Familie Schweres!

Sicherlich habt ihr es schon mal gehört!

„Er hat den Löffel abgegeben“ !

Das ist eher eine flapsige Redewendung für jemand, der gestorben ist. Im Mittelalter war es normal, mit den Händen zu essen! Ein Messer, gab es nur um Fleisch klein zu schneiden. Eine Gabel galt als Teufelswerkzeug! Daher gab es nur Löffel für Suppe oder Brei! Falls ihr mal ein Ritteressen auf einer Burg mitgemacht habt, dann wisst ihr, wie es da so zuging. Falls nicht, solltet ihr das unbedingt mal machen!

Auf der Internet Seite Ruhr-Guide findet ihr solche Ambiente und Anbieter! Vielleicht ein schöner Tip für euch und euren nächsten Familien- Ausflug!

https://www.ruhr-guide.de/ausgehen/restaurants/ritteressen-im-ruhrgebiet/1177,0,0.html

Jedes Familienmitglied hatte seinen eigenen Löffel, ein Leben lang. Nach der Mahlzeit wurde er wieder gereinigt an das Löffelbrett gesteckt. Verstarb nun diese Person, wurde der Löffel 🥄 an eine jüngere Person weitergereicht!

Familienbesitz – Fam. Schweres anno 1816

Daher hat sich die Redewendung „er hat seinen Löffel abgegeben“ bis heute durchgesetzt. Was heute angesagt und bekannt ist, ist die Löffelliste! Alles was man bis zu seinem eigenen Tod noch gemacht oder erlebt haben möchte.

Helmut erinnerte uns mit seiner Frisur eher an einen Wikinger! Er liebte seine langen Haare. Wir jedoch nicht, denn damit sah er immer so alt aus und auch etwas ungepflegt! Also habe ich ihn überredet, dass wir ihm mal einen schönen Haarschnitt schenken!

Helmut bekommt die Haare kurz – 2019

Begeisterung sieht bei Helmut wirklich anders aus. Aber wir alle fanden es toll! Eine echte Typveränderung. Während er etwas knurrig war. Aber was soll es, Haare wachsen auch wieder.

Als ich Helmut mal fragte, was denn sein letzter Wunsch ist, wenn er noch einmal alles machen könnte wie früher, erzählte er mir: „Einmal in meinem Leben würde ich gerne noch einmal einen Graben für die Telecom, mit dem Bagger graben!“ Ernsthaft….andere Menschen würden in die Karibik fliegen oder eine Weltreise machen wollen!

Wartet nicht auf den Tag XY, setzt eure Wünsche und Ziele so schnell wie möglich um! Verschiebe nichts auf morgen, was du heute erleben kannst. So versuchen wir jeden Tag zu meistern!

Jetzt war alles soweit gerichtet, nicht perfekt aber Ostern 🐣 war da! Und dieses Osterfest 2019 war die Belohnung für all unser Tun!

Herzliche Grüße ❤️

Bärbel vom Naturhof Wesel 🍀

Ps: täglich habe ich nun 50 aktive Leser/-innen, sogar aus Irland, Schweiz, Türkei und USA! Das freut mich sehr! Ich gehe davon aus, dass euch meine Geschichten gefallen. Daher meine bitte an DICH – bitte teile ❤️die Geschichte ! Geteilte Freude 😃, ist doppelte Freude!

Wir brauchen Menschen, die uns mit unterstützen und Freude daran haben, mit uns den alten Bauernhof umzugestalten bzw. zu erhalten!

https://www.spendenseite.de/aktion/48015

8. Behinderungen, behindern Menschen ohne Behinderung!

Helmut erfreute sich an der Tatsache, dass uns immer Menschen besuchten. Das war neuer Input für ihn. Es war förmlich so, als fällt der alte Bauer in den Jungbrunnen. Alle Sorgen der vergangenen Monate schienen dahin zu sein.

Eine besondere Person, die im Januar 2019 in Berlin fast 700 Menschen zu Tränen gerührt hat, besuchte uns auf dem Bauernhof.

Ihr Name ist Angie. Angie ist ein so liebevoller Mensch, außerdem gehört sie zu unserem Reico Team. Dieses Berlin Wochenende im Januar , haben wir gemeinsam zu einem wundervollen Erlebnis gemacht.

Ihre Geschichte werde ich euch heute hier in Kurzfassung erzählen und euch erklären, wie Angie einen Altbauer zum Umdenken gebracht hat.

Ihr wisst ja, unsere Kaffee und Kuchenstunde war auch Therapiestunde! Nach Helmuts damaliger Ansicht, sollten alle Behinderten, also Menschen mit Handicap entsorgt werden.

Paff 😳….das ging bei uns direkt in die Magengrube! Hat er das wirklich gesagt? Okay, hier müssen wir mal für Ordnung sorgen!!!! Dem Altbauer muss ein Licht 💡 aufgehen.

Angie lernten wir, ich glaube es war im Frühjahr 2017 kennen. Sie kam zu unseren Seminaren mit ihrem Rollstuhl 🧑‍🦽!

Dirk führte damals das Human Seminar und Angie schrieb wie eine verrückte mit. Seite für Seite. Am Ende des Seminars erzählt sie uns, dass sie seit über 9 Jahren im Rollstuhl sitzt. Durch Zufall wurde sie im Wartezimmer, einer Arztpraxis, auf Reico angesprochen. Reico kannte sie bis dato nicht und sie hatte auch wenig Hoffnung, das ihr jemals jemand helfen könnte, wieder laufen zu können.

Ihre Krankengeschichte ist so lang, dass sie diesen Blog alleine füllen würde. Daher möchte ich hier nicht näher darauf eingehen. Sie fragte uns, ob wir ernsthaft glauben, dass die Produkte von Reico ihr helfen könnten.

Wir konnten ihr diese Frage weder mit „ja“ noch mit „nein“ beantworten. Die Antwort lautete: dein Körper regeneriert sich täglich, 70% innerhalb eines Jahres. Voraussetzung ist jedoch, dass er das entsprechende Baumaterial dazu bekommt. Das hat Reico. Wir sollten es nicht unversucht lassen.

Angie begann sofort mit den Reico Produkten und besuchte als Reico Partnerin alle unsere Seminare, mehrfach! Ich kann mich noch erinnern, als sie zuletzt nicht mehr mit geschrieben hat oder nur noch kleine Randnotizen gemacht hatte.

Im Frühjahr 2018, gut ein Jahr darauf, ging die Tür zu meiner damaligen Praxis auf. Herein kam eine Frau mit Gehstöcken! Ich war sprachlos 😮! Da stand sie und lief, Schritt für Schritt, auf mich zu! Mir liefen die Tränen vor Freude aus den Augen! Angie strahlte über das ganze Gesicht und die Augen leuchteten!

„Seit ein paar Tagen, kann ich wieder etwas laufen“, sprach sie freudig. Ich war so gerührt! Dieser Moment – auch diesen werde ich nicht vergessen.

Im Laufe des Jahres wurde es immer besser mit dem Laufen, sodass sie später auch keine Gehstöcke mehr benötigte. Man sah ihr auf dem ersten Blick auch kein Handicap mehr an. Aber wir wussten, was sie täglich zu bewältigen hatte, um ihre Knochen und Gelenke zu bewegen.

Wenn man Angie kennenlernt, dann lernt man einen Menschen kennen, der voller Lebensfreude nur so sprüht. Wenn sie den Raum betritt, dann ist es so, als würde die Sonne ☀️ für einen alleine aufgehen.

Auch Konrad Reiber lernte sie persönlich kennen und erfreute sich an ihr und ihrem Wesen. Noch heute ist er gerührt von ihrer Geschichte und wie sie die Menschen, auf dem Jahresevent von Reico , wirklich ins Herz getroffen hat. Fast alle suchten nach Taschentücher. Ein absoluter wow Moment!

Eine absolute Kämpferin die anderen Menschen soviel MUT schenkt! Eigentlich würde sie auch selber ganz viel Unterstützung benötigen. Doch die bekommt sie selten von anderen. Sie drückte uns ihren Dank aus, dass wir so rücksichtsvoll mit ihr waren in Berlin. Für uns war das jedoch eine Selbstverständlichkeit! Doch sie sagte uns: „die meisten beschimpfen mich, wenn ich mal wieder länger brauche. Sie haben alle keine Geduld mit mir.“

So etwas ist für uns nicht nachvollziehbar.

Damals sind wir gemeinsam mit dem Zug nach Berlin gefahren. Aus Sicherheitsgründen bestand ich darauf den Rollstuhl mitzunehmen. So eine Reise kann körperlich schon zu einer Herausforderung werden. Insbesondere, wenn man längere Wege zu meistern hat. Erst jetzt begriffen wir am eigenen Leib, wie schwer es ist für einen Rollstuhlfahrer überhaupt ist, in einen Zug einzusteigen oder gar mit dem Rollstuhl auf dem richtigen Gleis zu landen, wenn Aufzüge etc. kaputt sind!

Ganz ehrlich! Wir müssen mehr auf Menschen achten, die unsere Hilfe und Aufmerksamkeit benötigen! Gerade in den öffentlichen Vekehrsmitteln.

Angie und Mama

Hier am Hof konnte Angie und ihre Mama Ulli bei den Kälbchen und Kühen einige unvergessliche Momente sammeln. Quasi ihre Seele mal volltanken ❤️, so drückte sie es selber immer aus. Sie liebt Tiere über alles.

Natürlich hatte Helmut auch seinen Spaß an Angie und ihrer Mama. Er fand sie einfach toll. Ihr herzhaftes Lachen und ihr ganzes Wesen. Den Hintergrund zu ihrem bisherigen Leben und Leid, erfuhr er aber erst nach und nach.

Als er erfuhr, wie es um die Gesundheit von Angie stand und was sie schon alles durchgemacht hatte, wurde er schweigsam und begann sich zunehmend Sorgen zu machen.

Jetzt war es an der Zeit, ihm eine wichtige Frage zu stellen!!!!

„Was machen wir nun mit den Menschen die ein Handicap haben?“, fragten wir ihn.

Olli, der Sohn von Erika hat Downsyndrom und den fand er doch auch so lieb auf der Hochzeit. „Was der mit angepackt hat“, sprach Helmut.

„Ja, Helmut das sind Menschen mit Behinderung und du wolltest, dass sie entsorgt werden!“ sagte ich nun.

Helmut hatte Tränen in den Augen! Plötzlich hatten diese Menschen einen Namen und ein Gesicht. Olli und Angie sagte er sind doch etwas ganz besonderes ❤️!

Im Laufe der kommenden Jahre veränderte sich zunehmend das Verhältnis von Helmut, zu Menschen mit Handicap. Er wurde sogar ausgesprochen fürsorglich, insbesondere wenn die Gruppen der Lebenshilfe bei auf den Bauernhof uns zu Gast waren. Heute ist Helmut selber gehandicapt aufgrund seines Alters.

Er meinte, so hätte er sich das nie vorgestellt!

Mal Hand aufs Herz 💗, wieviel Kontakt hast DU mit Menschen die ein Handicap haben? Was sind deine persönlichen Erfahrungen?

Meine erste und persönliche Erfahrung mit einem Menschen, der ein Handicap hatte war Olli! Olli hat wie erwähnt Downsyndrom und er hat mich ganz normal behandelt! So war es für mich ein leichtes, mich darauf einzulassen! Wir freuen uns immer, wenn wir uns sehen! Olli hat ganz besondere Fähigkeiten, die manch einen „normalen Menschen“ für immer verborgen bleiben werden! Daher liebe ich meinen, sorry wir inzwischen unseren Freund Olli sehr!

An dieser Stelle möchten wir uns bei Angie und Olli bedanken 🥰! Schön, dass es euch gibt! Ohne Euch wäre die Welt 🌍 anders und ärmer!

Olli zwischen dem Brautpaar Dirk und Bärbel – während der Trauung ❤️

Wir haben immer sehr viel Spaß zusammen. Ich wünsche euch allen, so einen Freund oder Freundin. Denn diese Menschen sind aufrichtig und einfach liebevolle Menschen ❤️! Wir brauchen sie und sie brauchen uns.

Herzliche Grüße und vielleicht bis bald 👋🏻

Eure Bärbel vom Naturhof

Nachtrag: Übrigens ein interessantes Buch 📕, welches gerade erschienen ist, von einem guten Bekannten werde ich hier gerne verlinken: MIKE MACHT MUT

https://amzn.eu/d/1LcLPHL

Unter folgenden Links könnt ihr mehr über uns und unsere Arbeit finden und uns unterstützen. Die Stallungen müssen umgebaut werden und es geht um den Erhalt eines fast 300 Jahre alten Bauernhof.

Die Teile 1-7 findet ihr hier:

Bloggerin Bärbel schreibt Geschichten aus dem Leben mit einem Bauernhof

Hier erfahrt ihr alles zum Thema Spenden:

https://www.spendenseite.de/aktion/48015