Wer hat nicht einmal den Traum gehegt, einen Bauernhof zu haben. Die Idylle die man im Kopf hat. Unglaublich welche Bilder so romantisch im Kopf sind!
Einige von Euch haben bestimmt schon mal Urlaub auf einen Bauernhof erlebt. Wenn man seinen Urlaub dort verbringt, so ist das Motto ja , alles kann nichts muss!
Morgens ausschlafen, anziehen, Milch abholen, die man zuvor beim Landwirt bestellt hat. Anschließend mit der Familie gemütlich frühstücken! Herrlich, so besonnen in den Tag zu starten! Mit knackfrischen Brötchen und ideal dazu ein toller Sommertag.
Aber wie sieht es bei dem Bauern aus! Während der Urlauber / -in noch gemütlich im Bett gelegen hat und sehr wahrscheinlich nur wach geworden ist, weil eine Fliege ihn penetrant ins Gesicht flog, war der Bauer und die Bäuerin sicherlich schon im Stall.
Daher möchten wir anfangen aus unserem Leben zu berichten und natürlich möchten wir euch erzählen, wer wir sind!
Was bewegt uns, jeden Morgen aufzustehen und den Bauernhof aufrecht zu erhalten. Wer besucht uns und natürlich möchten wir euch auch die schönen Geschichten der Tiere erzählen.
Ich, Bärbel die Schreiberin dieser Artikel habe keinen Plan von Bloggen, aber warum nicht einfach mal etwas neues versuchen und ausprobieren.
Wieviele Leser wird es in Zukunft geben….ich weiß es nicht, aber zumindest können wir hier unsere alltäglichen Geschichten rund um den Bauernhof und von uns, also den Bauersleut Dirk und Bärbel und dem Altbauer Helmut erhalten.
Aber nun zum Jahr 2019…es war Januar und es war kalt und glatt draußen. Altbauer Helmut hatte die Aufforderung bekommen zum Veterinäramt zu kommen.
Alleine wollte er dort nicht hin. Denn nachdem seine Tochter den Hof im Jahr 2018 verlassen hatte, wurde er mit 78 Jahren wieder zum „Jungbauer“ und nahm die Arbeit wieder auf, damit sein Hof erhalten bleibt.
Im Jahr 2018 verstarb auch seine dritte Lebensgefährtin, Marlies vom Altbauer Helmut. Marlies ist die ehemalige Nachbarin von Helmut gewesen und die Mutter von Dirk. So kannte Dirk den Helmut auch schon seit vielen Jahren und Helmut lebte die letzten 12 Jahre mit Marlies zusammen. Nach dem Tod von Marlies versuchte Dirk und ich Helmut zu helfen und zu unterstützen. Mal kochten wir für ihn, ein anderes Mal brauchte er dringend Hilfe beim Brunnenbau, da die Kühe kein Wasser mehr hatten, aufgrund der Dürre.
Es gab ja immer etwas auf dem Hof zu tun. Hin und wieder kamen wir abends zum Hof und noch am späten Abend gegen 22 Uhr stand der Altbauer im Stall und melkte die Tiere. Er musste sich seine Kräfte einteilen.
Das ging ca 6 Monate so als dann der Besuch anstand zum Veterinäramt.
Der Besuch ergab, dass hier dringend ein Hofnachfolger her muss oder aber die Tiere binnen 24 Stunden den Hof verlassen müssen.
Das war ein Schock! Dirk verhandelte mit dem Veterinäramt und bat sie dem Helmut die Tiere zu lassen, die schwanger sind. Nachdem er mit mir Rücksprache gehalten hatte, haben wir uns bereit erklärt die Verantwortung für den Hof und dem Altbauer Helmut zunächst als Betreuer zu übernehmen .
Einige Tage später lud der Viehhändler sämtliche Tiere auf! Die Jährlinge verkaufte er weiter als Fresser an einen anderen Landwirt. Die anderen Tiere wurden dann geschlachtet.
An diesem Tag war die Stimmung auch bei Helmut sehr bedrückt!
Noch am Hof waren 11 Kühe und ein Zuchtbulle. 10 Kühe waren tragend und die 11 Kuh war meine und Helmuts Lieblingskuh „Helga“, die allerdings nicht schwanger war, aber ein imposantes Tier. Eigentlich ein Dinosaurier unter den Fleckvieh Kühen. Da hat Helmut einfach einen Strich als Schwanger drauf gemacht ;)!
Eigentlich war Helga eine Katastrophe, denn sie hatte bis dato erst 1 Kalb und war bereits 10 Jahre! Aber Helga ist einfach cool und seit dem hat sie uns immer tolle Kinder, einmal sogar Zwillinge geschenkt.