
März 2019
Die meisten Kühe standen kurz vor der Geburt. Alle Kühe standen seit November des Vorjahres trocken. Das heißt, sie geben keine Milch mehr. Regulär stellt man eine Kuh circa 6-8 Wochen vor der Geburt trocken. Das heißt übersetzt, dass man den Milchfluss zurück fährt und die Kuh keine Milch mehr gibt! Vergleichbar mit dem abstillen. In dieser Zeit ist die produzierte Energie, die sie sonst benötigt wird um Milch zu produzieren, dann ausschließlich für das Kalb da ist.
Seitdem melkte Helmut nur die eine einzige Kuh, und zwar die, die das Kalb „Milka“ geboren hat. Die erste Abrechnung für die Milch, hatte einen stolzen Betrag von 9€/Monat! Gut, Milka hatte schon 80 € an Milch vertrunken ! Ihre Entwicklung war prächtig.
Wenn man so bedenkt, dass der Reiniger für die Milchanlage bereits ein mehrfaches gekostet hat, mal abgesehen von den Energiekosten für die Kühlung. Da brauchten wir keinen Taschenrechner um auszurechnen, dass es definitiv ein Minus in die Kasse von Helmut brachte.
Aber es sollten ja 10 weitere Kälbchen kommen und so kam „Anton“. Milka fand Anton toll und auch wir waren verliebt in Anton. Das erste mal, dass wir live bei einer Kuhgeburt dabei sein durften und konnten. Wer das einmal erlebt hat, der wird es nie vergessen 😊! Eine Geburt ist doch immer wieder spannend und ein Erlebnis.
Ich weiss, dass Helmut grosse Freude dabei hatte uns alles zu erklären. Wir waren ja auch die Stadtkinder und hatten wenig Plan 😂! Er zeigte uns, worauf man zu achten hat.
Zum Beispiel, dass eine Hand über den Kopf passen muss, bevor man Geburtshilfe leistet. Er hatte ein selbst gebautes Monstergerät, bei dessen Anblick einen klar war, dass es mit Schmerzen verbunden ist. Dieses Teil ist der Geburtshelfer. Diesen setzt man für schwere Geburten ein. Gott sein Dank, haben wir diesen persönlich nur ein einziges Mal, bis heute wirklich einsetzen müssen.
Es war spannend und aufregend nun endlich mal mehr von den Tieren zu erfahren. Die Kühe standen grundsätzlich von Oktober bis April/Mai im Stall. Das nennt man Aufstallung und wird in den meisten Betrieben so gehandhabt. Heute gibt es überwiegend Laufbetriebe, da bleiben die Kühe eh das ganze Jahr über im Stall.

Wir persönlich fanden die Aufstallung nicht schön. Aber letztendlich macht man die Aufstallung, damit die Grasnarbe beim feuchten Wetter nicht kaputt getreten wird. Schließlich haben die zarten Wesen ein Gewicht von 800-1.000 kg ! Also nicht gerade Elfen 🧚♀️!
Es war letztendlich nicht unsere Baustelle bzw. unser Betrieb. Und viel Ahnung hatten wir auch nicht, wahrscheinlich soviel wie ihr, liebe Leserinnen und Leser. Natürlich haben viele von euch Tiere, meist eigene Hunden und Katzen, einige Pferde. Wer aber hat einen Bauernhof oder ist gar Landwirt. Letztendlich waren wir nur da, um Helmut das Leben zu erleichtern und um wieder alles auf Vordermann zu bringen und um einen Blick auf alles zu werfen. Einige Verbesserungen können wir aber schon noch machen, da war ich mir mit Dirk einig drüber.
Meine Schwester Anja hörte davon, dass wir Unterstützung benötigen und ein Osterfeuer planen. So kam sie spontan, mit ihrem Lebenspartner Richie, direkt aus Norddeutschland zu Besuch!
Es war der 15. März 2019 – 12:03 Uhr ⏰
Zwei Kühe standen auf der Abkalbestation. Das ist der Raum, wo die Kühe ihre Babys bekommen. Einer von uns bemerkte, dass eine Kuh anfing zu entbinden. Helmut machte direkt den Erklär-Bär 🐻 und wenige Augenblicke später, war ein weiteres Bullenkalb da.
Anja hatte gehofft, dass eine Anja kommt! Aber die ließ noch lange auf sich warten. Übrigens wem es jetzt bei dem Namen „Anja“ klingelt 🛎! Genau, es ist wird die Anja sein, die derzeit 3 Kälber versorgt!

Da es kein Mädchen war, tauften wir das Bullenkalb einstimmig auf den Namen Richie. Bis dato hatten die Kühe keine Namen. Jede Kuh bekam nach und nach einen Namen von uns. Denn schließlich hat jedes Tier auch eine Persönlichkeit. Die Namen entstanden spontan und hatten oft etwas mit gewissen Ereignissen in unserem Leben zu tun.

Jetzt aber mal an die Arbeit. Die Idee war es, den unteren Raum zu einem Schlafzimmer für Helmut umzugestalten. Bis dato hat er sein Schlafzimmer in der 1. Etage. Was aber ist, wenn Helmut nicht mehr kann. Dann wäre es besser für ihn, wenn er unten ein Schlafzimmer hat! Helmut nickte die Idee ab!
Anja und Richie haben Gas gegeben und das gesamte Zimmer von Tapeten befreit.
An dieser Stelle möchten wir nochmal unseren Dank an Anja und Richie senden ❤️🙏!
Das war super, so konnte ich das Zimmer neu gestalten und das sollte noch vor Ostern fertig werden. Denn Anja wollte mit Richie wieder kommen und meine Mama mitbringen. Dazu sei erwähnt, dass meine Mutter mich über 15 Jahre nie besucht hat.
Nicht, weil sie mich nicht mag, sondern weil sie ihr Leben lang schon immer ein Stubenhocker ist.
Puh, wer meine Mutter kennt, der versteht warum ich plötzlich anfing zu schwitzen. Meine Mutter ist bis heute in meinem Leben der ordentlichste und sauberste Mensch! Wer so jemand zur Hauswirtschafterin hätte, der hätte ein Juwel 💎 im Haus! Gleichzeitig würde er es nicht wagen, irgendetwas in der Wohnung einfach liegen zu lassen. Denn etwas übertrieben, man wagte es nicht bei meiner Mutter irgendetwas liegen zu lassen oder etwas unordentlich zu hinterlassen 😂!
Wenn wir als Kinder auf der Couch gesessen haben, die immer eine Decke als Sitzunterlage aufwies, bat sie uns, auch während eines spannenden TV 📺 Beitrages, aufzustehen und rückte die Decke wieder gerade! Jetzt ahnt ihr, warum ich anfing zu schwitzen und sämtliche Kräfte aktivieren musste, um bis zum Osterfest ein halbwegs ordentliches Haus 🏡 geschaffen zu haben.
Noch immer haben wir uns nicht überwinden können, auf dem Bauernhof zu schlafen, denn ihr wisst es ja ……🐀😂! Zudem war es mir, obwohl ich nicht so extrem pingelig bin wie meine Mutter, nicht sauber genug. Im Badezimmer war immer noch ein übler Geruch nach Fäkalien. Das Wasser kam nur dürftig aus dem Hahn, da die Leitungen alle mit Eisen zugesessen haben. Wenn Wasser kam, war es nur braun. Es ist zwar ungefährlich, aber das Auge 👁….ihr wisst schon !
Unseren Besuch, nahmen wir abends mit zu unserem Mobilheim. Wer jetzt an Zelt und Campingwagen denkt, der denkt falsch. Dieses Heim haben Dirk und ich in den letzten Jahren von 2014 – 2018 Stück für Stück errichtet.

Sicherlich fragt sie nun der ein oder andere, was das nun mit dem Naturhof zu tun hat.
Ende 2018 fuhren wir in den Skiurlaub. Da wir unsere Arbeiten an unseren drei Mobilheimen fast alle abgeschlossen hatten, fingen wir an neue Pläne für die Zukunft zu schmieden? Wir lebten nun dort, wo andere Urlaub machen! Wir könnten zum Beispiel mit unserem umgestalteten Campingbus im Frühjahr auf Reise gehen …..
Am Neujahrsmorgen 2019 erwachte ich und erinnerte mich an den Traum der vergangenen Nacht. Ich sprach zu Dirk, dass uns ein riesiges Haus erwartet und viel Arbeit! Aber wo sollte das nur herkommen….🤷♀️?
Wir hatten keine Vorstellung, schon gar nicht dachten wir an Helmut und den Hof. Kurz nach unserer Rückkehr begann die Geschichte 1. Über Nacht Bauer und Bäuerin. Für alle die sie noch nicht gelesen haben, unbedingt zurück gehen 😃👍!
Die Dinge, beziehungsweise die Fähigkeiten die wir bei dem bauen bzw. umbauen der Mobilheime erlernt und gewonnen haben, konnten wir nun auf dem Bauernhof gut gebrauchen und gewinnbringend einsetzen. Ohne diese Erfahrungen, hätten wir uns an viele Dinge und Aufgaben, die ich natürlich später noch erzählen werde, nicht heran getraut.
Inzwischen hatten wir ein Motto, welches heute noch für uns besteht:
„Alles ist besser als vorher!“
Unter folgenden Links könnt ihr mehr über uns und unsere Arbeit finden und uns unterstützen. Die Stallungen müssen umgebaut werden und es geht um den Erhalt eines fast 300 Jahre alten Bauernhof.
https://naturhof-wesel.business.site/
https://www.spendenseite.de/aktion/48015
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Persönlich sei kurz angemerkt, dass Schreiben ✍️ wird von Blog zu Blog besser oder!?
Herzliche Grüße vom Naturhof
Bärbel